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„Wir profitieren voneinander“

Marcel Winkler und Martin Gelbricht vom Fußball-

Kreisoberligist aus Neuhaus-Schierschnitz haben

zusammen schon 27 Tore in dieser Saison erzielt,

Winkler jüngst vier in einer Partie. Nachgefragt.

 

Hallo Herr Gelbricht. Sie fehlten am Sonntag zum Punktspiel,

sonst wäre das Ergebnis sicherlich zweistellig ausgefallen.

Martin Gelbricht: Ob es zweistellig geworden

wäre, kann ich natürlich nicht sagen. Aber man sieht, dass

man ein Spiel auch in dieser Liga von Anfang bis Ende konsequent durchziehen

muss. Das ist uns augenscheinlich nur 45 Minuten gelungen.

Da ich als Rechtsanwalt in Nürnberg gebunden bin, ist es mir

zurzeit nicht möglich, jedes Spiel zu absolvieren.

 

Herr Winkler, nach vier Toren am Stück war die Freude am

Wochenende sicherlich groß …

Marcel Winkler: Egal ob Familie, Freunde oder alte Mannschaftskollegen

– alle haben sich mitgefreut und gratuliert. Am meisten freut sich aber

das Tore- und Punktekonto der Iso. Und nicht zu vergessen mein Sohn,

der freut sich immer sehr, wenn Papa ein Tor für ihn schießt oder eben vier

(… und lacht ). Die Tore sind eh immer meinem Sohn und meiner Frau

gewidmet. Tatsächlich ist es mir vor etwa fünf, sechs Jahren in der Landesklasse

einmal gelungen, in einem Spiel gegen Steinbach-Hallenberg

fünf Tore zu erzielen – einen Hattrick in der ersten Halbzeit und noch zwei

Tore in der zweiten. Vor dem Spiel habe ich nicht wirklich damit gerechnet,

hatte jedoch von Beginn an gleich das Gefühl, das ich in dem

Spiel treffen würde, weil ich von der ersten Minute an gleich gut drin war.

Ich glaube, ein Stürmer hat das schon im Blut und spürt, ob da was

geht oder nicht. Aber eine Regelmäßigkeit ist das jetzt nicht wirklich.

 

Sie beide scheinen ein eingespieltes Torjägerduo zu sein,

haben zwei Drittel aller Isolator-Treffer in dieser Saison erzielt.

Wird das teuer? Lust auf die Torjägerkrone?

Martin Gelbricht: Nachdem ich nicht jedes Spiel mitmachen kann, dürfte

die Kanone für mich eher ein unrealistisches Ziel darstellen. Natürlich

schießt man als Stürmer gerne Tore, jedoch stelle ich auch den Anspruch

an mich selbst, für die Mannschaft so viele wie möglich zu erzielen. In der

Mannschaft selbst wird gar nicht so viel darüber geredet, da das von uns

beiden erwartet wird. Freunde und Familie freuen sich schon immer, obgleich

immer gefragt wird, wie viel Chancen hast du dafür vergeben.

Marcel Winkler: Eingespielt würde ich noch nicht mal vollends sagen. Aber

es wird von Spiel zu Spiel besser. Es hat natürlich eine gewisse Zeit gebraucht,

um zu wissen, wie der andere spielt, wie seine Laufwege, seine

Stärken allgemein eben sind. Aber mittlerweile funktioniert das richtig

gut. Wir profitieren voneinander, da wir beide auch keine schlechten Vorbereiter

sind. Ich glaube, nach der Torjägerkanone schielen wir beide

nicht, würden es aber dem anderen gönnen. Martin hat die etwas bessere

Torquote. Noch (… und lacht ). Am Ende ist nur wichtig, dass die Iso davon

profitiert. Mannschaftsintern gibt es Gott sei Dank keinen festen

Regelsatz für erzielte Tore, aber ein Kasten Bier ist schon Pflicht. Den

werde ich auch gerne zahlen und vielleicht auch noch ein Essen springen

lassen.

 

Sie haben beide schon höherklassig Erfahrung gesammelt.

Wäre künftig die Landesklasse auch eine Option für Sie –

natürlich beim SV Isolator?

Martin Gelbricht: Es war natürlich schön, in jüngeren Jahren Landesliga

und Landesklasse zu spielen. Gerade jedoch hat mannschaftsintern ein

Umbruch begonnen. Die Jüngeren sollen erst einmal an das Niveau dieser

Liga herangeführt werden, sodass ich es nicht unbedingt sinnvoll fände,

höher zu spielen, da das Durchschnittsalter der Leistungsträger mit

um die 30 oder höher schon relativ hoch ist. Das dürfte die Frage, ob

man höher spielen sollte, relativ eindeutig beantworten.

Marcel Winkler: Über die Landesklasse habe ich mir noch keine Gedanken

gemacht. Und ob es eine Option wäre? Es ist mittlerweile zweifelsfrei

eine starke, ausgeglichene Liga, die ihren gewissen Reiz hat. Aber hier

spielen auch andere Dinge eine große Rolle. Ob das finanziell und strukturell

für den Verein machbar ist zum Beispiel. Wie hierüber die Gedanken

des Vereins sind, kann ich leider nicht beantworten. Gibt der Kader

das von der Quantität und Qualität her? Hier sehe ich ein großes Problem,

da wir eben schon in der laufenden Saison große personelle Probleme

hatten – mit vielen Verletzten Spielern. Hinzu kamen dann oftmals

noch Spieler, die im Urlaub sind. Da musste teilweise schon sehr viel improvisiert

werden. Das wurde immer sehr gut von denen gelöst, was mich

sehr beeindruckt hat.

 

fri

 

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